Lastschrift Widerrufen

Widerruf Lastschrift und Einzugsermächtigung

März 9, 2017 9:21 am

Lastschrift und Einzugsermächtigung – wie kommt es zum Widerruf, was sind die Folgen?

Klären wir zuerst die Frage, was eine Lastschrift ist. Eine Lastschrift gibt Ihnen die Möglichkeit, Rechnungen einfach und bargeldlos zu bezahlen- sobald Sie eine Einzugsermächtigung unterschrieben haben und dem Zahlungsempfänger Ihre Kontodaten mitgeteilt haben, brauchen Sie sich um nichts mehr zu kümmern. Der fällige Betrag wird automatisch von Ihrem Konto abgebucht.

Die Alternative zum Lastschriftverfahren ist die reguläre Überweisung. Der Unterschied zwischen den beiden Verfahren? Bei einer Lastschrift erteilen Sie dem Zahlungsempfänger die Erlaubnis, einen vereinbarten Betrag von Ihrem Konto zu einem bestimmten Zeitpunkt abzubuchen, bei einer Überweisung transferieren Sie das Geld direkt auf das Konto des Zahlungsempfängers.

Der Nachteil am Lastschriftverfahren: Sie müssen Dritten genehmigen, auf Ihr Konto zuzugreifen. Einige Leute fühlen sich dabei unwohl, obwohl dieser Weg als sehr sicher gilt. Für Dienstleister und Verkäufer ist diese Art von Geldtransfer besonders angenehm, weil sie so sicherstellen können, dass das Geld pünktlich auf ihrem Konto eintrifft und die Zahlung nicht vergessen werden kann. Und auch für Sie gibt es bei der Lastschrift einige Vorteile gegenüber der Überweisung: so können Sie zum Beispiel einen Lastschriftauftrag ohne die Angabe eines Grundes innerhalb einer gesetzlichen Frist widerrufen. Dadurch wird Ihr Geld zurück auf Ihr Konto gebucht. Außerdem müssen Sie keinen Überweisungsauftrag ausfüllen, sondern dem Empfänger lediglich Ihre Kontodaten mitteilen.

Genau wie eine Überweisung ist ein Lastschriftauftrag für Sie kostenlos, insofern Ihr Konto hinreichend gedeckt ist.

Abbuchungsverfahren und Einzugsermächtigung- wo ist der Unterschied?

Es gibt zwei unterschiedliche Varianten des Lastschriftverfahrens. Zum einen gibt es das Abbuchungsverfahren, das besonders für regelmäßige Zahlungen wie zum Beispiel für einen Stromvertrag geeignet ist. Mit dem Abbuchungsverfahren erteilen Sie Ihrer Bank den Auftrag, an einem bestimmten Tag einen Geldbetrag auf das Konto des Zahlungsempfängers gutzuschreiben.

Anders ist das bei der Einzugsermächtigung– jetzt bekannt als SEPA-Mandat. Damit genehmigen Sie dem Empfänger Ihrer Zahlung, einen bestimmten Betrag an einem vorab vereinbarten Tag von Ihrem Konto einzuziehen. Diese Art der Lastschrift wird vor allem für einmalige Zahlungen und variable Beiträge verwendet.

Die SEPA Lastschrift- Lastschriftverfahren 2.0

Seit Oktober 2016 gilt eine neue Regelung, die das alte Lastschriftmandat in Europa mit dem SEPA Lastschriftverfahren abgelöst hat. Die Kontonummer und die Bankleitzahl wurden durch IBAN (Interational Bank Account Number) und BIC (Business Identifier Code)ersetzt. Die Einzugsermächtigung, die dem Zahlungsempfänger die Abbuchung von Ihrem Konto genehmigt, wurde durch das SEPA-Mandat ersetzt.

Die SEPA-Lastschrift erfordert ein bestimmtes Datum, an dem die Zahlung fällig wird. Das war bei der regulären Lastschrift nicht der Fall. Das kommt Ihnen zu Gute: Sie wissen genau, wann das Geld von Ihrem Konto abgebucht wird!

Wann kann ich ein Lastschriftverfahren in Auftrag geben?

Es gibt nur eine Voraussetzung, die erfüllt sein muss damit Sie am Lastschriftverfahren teilnehmen können: sowohl Sie als auch der Empfänger Ihrer Zahlung müssen ein Girokonto besitzen. Da dies in Deutschland mittlerweile Pflicht ist, sollte diese Voraussetzung allerdings kein Problem darstellen.

Ein wichtiger Hinweis: eine Einzugsermächtigung muss nicht zwangsläufig schriftlich erteilt werden. Deswegen sollten Sie bei Telefongesprächen besonders vorsichtig sein, an wen Sie Ihre Kontodaten weitergiben. Es gibt oft genug Fälle, in denen die Unwissenheit der Kunden ausgenutzt wird, um ihnen teure Abonnements und Verträge zu vermitteln.

Lastschriftrückgabe- was muss ich wissen?

Eine Lastschriftrückgabe bedeutet, dass die von Ihnen erteilte Lastschrift vom Zahlungsempfänger nicht eingelöst wurde und Ihr Konto somit nicht belastet wurde. Dies kann unterschiedliche Gründe haben:

Es kann sein, dass Sie versehentlich ein falsches Konto angegeben haben. Entweder es handelt sich nicht um ein Girokonto, das Konto existiert nicht, Sie haben das Konto bereits aufgelöst oder die Daten, die Sie angegeben haben passen nicht zusammen.

Ein weiterer Grund für eine Lastschriftrückgabe ist ein nicht gedecktes Konto. Das bedeutet, dass auf Ihrem Konto nicht genügend Geld vorhanden ist, um die Lastschrift einzulösen. Oder aber Sie haben die Einzugsermäßigung bzw. das SEPA-Mandat widerrufen- und genau darum soll es hier ja gehen.

Generell dürfen deutsche Banken keine Gebühren verlangen, sollte es zu einer Lastschriftrückgabe kommen. Warum also wird Ihnen Geld in Rechnung gestellt? Nun, es ist oft so, dass dem Zahlungsempfänger eventuell durch die Bank Gebühren berechnet werden. Es kann also sein, dass Sie deshalb eine Art „Strafe“ an den Empfänger Ihrer Zahlung übermitteln müssen. Passen Sie aber auf: Ihnen dürfen nur maximal 3€ in Rechnung gestellt werden- das sind die anfallenden Kosten einer Lastschrift.

Lastschriftwiderruf: häufigster Anlass einer Lastschriftrückgabe

Ein Lastschriftwiderruf wird vom Zahlungspflichtigen veranlasst, also von Ihnen. Im Normalfall haben Sie 8 Wochen Zeit einen Lastschriftwiderruf in die Wege zu leiten, nachdem das Geld Ihnen vom Konto abgebucht wurde. Natürlich muss es dafür einen Grund geben, damit Sie Ihr Geld zurückbekommen. Einige dieser Gründe sind zum Beispiel ein fehlerhaftes Datum auf dem Lastschrift-Mandat oder ein fehlerhafter Geldbetrag, wenn es sich um einen Buchungsfehler handelt, oder aber auch wenn Sie das bereits abgebuchte Geld dringend dafür benötigen, eine andere Rechnung zu begleichen und Sie Ihre Schuld beim Zahlungsempfänger später begleichen möchten.

Ihnen wurde Geld vom Konto eingezogen, ohne dass Sie einem Lastschrift- oder SEPA-Mandat zugestimmt haben? Dann verlängert sich die Frist für den Widerruf auf 13 Wochen.

Wie leite ich einen Lastschriftwiderruf in die Wege?

Wenn einer der oben genannten Gründe auf Sie zutrifft, und die Frist noch nicht verstrichen ist, können Sie ganz einfach einen Lastschriftwiderruf in die Wege leiten. Dafür haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Natürlich können Sie einfach persönlich bei Ihrer Bank erscheinen und dort um Hilfe bitten.  Sie können sich auch per Post an Ihre Bank wenden und einen Widerruf verlangen, allerdings sollten Sie in diesem Fall im Hinterkopf behalten dass der Postweg einige Tage Zeit in Anspruch nehmen kann.

Sie verfügen über Online-Banking? Dann können Sie eine Lastschrift auch online widerrufen. Entweder kontaktieren Sie das Servicepersonal der Bank über das Kontaktformular oder nutzen eine spezielle Funktion für den Widerruf. Viele Banken haben eine Schaltfläche hinter der Buchung eingebaut, mit der dies möglich ist.

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