Kirchensteuer abmelden

Juni 12, 2017 2:53 pm

Kirchensteuer kündigen- so treten Sie aus der Kirche aus

Es gibt viele Gründe, weshalb man bewegt ist aus der Kirche auszutreten. Zum einen möchte man vielleicht die Kirchensteuer einsparen, aber vielleicht ist man mit der Kirche auch nicht mehr zufrieden und kann das Ganze nicht mehr mit dem eigenen Glauben vereinbaren. Warum auch immer Sie sich dazu entschieden haben, aus der Kirchengemeinde auszutreten, heute erklären wir Ihnen, was Sie dabei alles beachten sollten!

Das müssen Sie über den Kirchenaustritt wissen

Der Kirche tritt man normalerweise mit der Taufe bei. Manchmal können es die Kinder mit 14 Jahren selbst entscheiden, meist werden sie aber schon als Babys von ihren Eltern getauft. Das heißt auch, dass jeder nach seinem 14. Lebensjahr die Kirche auch wieder verlassen kann.

Wenn mehrere Familienmitglieder aus der Kirche austreten wollen, dürfen die Kinder bereits ab einem Alter von 12 Jahren mitbestimmen, wie sie der Situation gegenüberstehen. Beide Elternteile oder die Erziehungsberechtigten müssen den Austritt gemeinsam erklären.

Hier melden Sie sich, wenn Sie austreten möchten

Mit Ausnahme der Hansestadt Bremen kann der Austritt aus der Kirche nicht nur mit dem Pfarrer besprochen werden. Bei Kircheneintritt genügt ein solches Gespräch.

Das Kirchenrecht unterliegt der Gesetzgebung der einzelnen Bundesländer, ist von den Ländern auch festgelegt, bei welcher Behörde der Austritt aus der Kirche beantragt werden muss.

In diesen Bundesländern erklären Sie den Austritt beim Standesamt:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Bremen
  • Hamburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Sachsen
  • Saschen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein

In diesen Bundesländern erklären Sie den Austritt beim Amtsgericht:

  • Berlin
  • Brandenburg
  • Hessen
  • Nordrhein-Westfahlen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Thüringen

Diese Formalitäten müssen Sie beachten

Wenn Sie Ihren Austritt bei einer Behörde erklären, hat diese im Normalfall bereits ein Formular, welches Sie einfach nur ausfüllen und abgeben müssen.

Die Behörde bescheinigt Ihnen auch Ihren Austritt, und diese Bescheinigung sollten Sie gut aufheben um sie bei Bedarf vorzeigen zu können.

Eine Begründung, warum Sie aus der Religionsgemeinschaft austreten möchten, müssen Sie nicht nennen. Manchmal kann ein „falscher“ Grund in den Augen der Bearbeitungsperson sogar dazu führen, dass Ihnen der Austritt verweigert wird. Also sagen Sie am Besten gar nichts!

Eine Frist die eingehalten werden muss gibt es nicht, Sie können zu jeder Zeit aus der Kirche austreten. Manchmal erlischt die Pflicht zur Zahlung der Kirchensteuer allerdings nicht sofort, sondern man muss auch noch die Steuer für den nächsten Monat zahlen, bevor man befreit wird.

In vielen Bundesländern werden Gebühren fällig

Der Eintritt in die Kirchengemeinde ist meist nur mit einer Spende verbunden, beim Austritt fallen aber in den meisten Bundesländern Gebühren an. Lediglich in Berlin, Thüringen und Brandenburg zahlen Sie nichts. In den anderen Ländern werden zwischen 5€ und 31€ fällig.

Diese Dokumente sollten Sie für den Behördengang bereithalten

  • Personalausweis
  • Familienstammbuch oder Heiratsurkunde (gilt nur für verheiratete Paare)

Befreiung von der Kirchensteuer

Damit Sie sich von der Kirchensteuer befreien lassen können müssen Sie zuerst aus der Kirche austreten, daran führt kein Weg vorbei.

Die Finanzbehörde wurde auf das SEPA-Mandat umgestellt, also sollte die Befreiung in der Regel automatisch funktionieren. Mehr zum Thema Einzugsermächtigung erfahren Sie hier auf unserem Blog.

Wenn Ihr Arbeitnehmer nicht an dem Lastschriftverfahren teilnimmt, sollten Sie sich mit der Bestätigung beim zuständigen Finanzamt anmelden und die Angaben auf Ihrer Lohnsteuerkarte ändern lassen. Im Anschluss sagen Sie Ihrem Arbeitgeber Bescheid.

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