Ausbildungsvertrag kündigen

Juni 23, 2017 3:06 pm

Es ist nicht schwer, Ihren Ausbildungsvertrag zu kündigen

Irgendwie fangen viele unserer Artikel immer gleich an: wir wissen, dass es viele Gründe gibt, wieso man einen Vertrag kündigen muss oder möchte. Auch bei einem Ausbildungsverhältnis ist das nichts Anderes, vielleicht gefällt Ihnen Ihre Stelle nicht mehr, Ihre Lebensumstände haben sich geändert oder Sie haben etwas gefunden, das besser zu Ihnen passt.

Ihr Ausbildungsvertrag kann von Ihnen, aber auch von Ihrem Ausbilder gekündigt werden.

Die Frage, die sich zuerst stellt, ist ob Sie noch in der Probezeit sind, oder sich bereits in der regulären Ausbildungszeit befinden. Ihrer Antwort darauf entsprechend muss bei der Kündigung vorgegangen werden.

So kündigen Sie Ihren Ausbildungsvertrag in der Probezeit

Die Probezeit einer Ausbildung ist dazu gedacht, dass sich der Azubi und der Ausbildende miteinander vertraut machen können, und das Arbeitsumfeld und die Stärken und Schwächen des Auszubildenden kennengelernt werden können.

Eine Kündigung während der Probezeit ist um einiges einfacher als eine Kündigung, wenn Sie sich bereits im festen Ausbildungsverhältnis befinden.

Während der Probezeit können Sie Ihrem Ausbildungsvertrag ohne die Einhaltung einer Frist beenden. Das steht im §22 Berufsbildungsgesetzes geschrieben. Auch Ihr Ausbildungsbetrieb kann Sie fristlos entlassen.

Die Kündigung muss schriftlich erfolgen, das bedeutet, dass eine originale Unterschrift von dir erforderlich ist, und das Kündigungsschreiben per Post zugestellt werden sollte.

Wenn Sie sich bereits in der regulären Ausbildungszeit befinden, kündigen Sie so

Sobald Sie sich nicht mehr in der Probezeit befinden, gibt es drei Möglichkeiten, das Ausbildungsverhältnis zu beenden. Über alle drei wollen wir nun berichten.

Wichtig bei jeder Art von Kündigung: ein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis muss immer schriftlich gekündigt werden! An diese Regel sollten Sie sich unbedingt halten, wenn Sie Ihren Vertrag ordnungsgemäß beenden möchten.

Die fristlose Kündigung: Diese Art der Kündigung ist nur möglich, wenn ein schwerer Gesetzesverstoß vorliegt, und kann sowohl von Ihnen als auch von Ihrem Ausbilder ausgesprochen werden. Aus der Sicht des Ausbilders wäre ein solcher Verstoß zum Beispiel das mehrfache Schwänzen der Berufsschule oder ein Diebstahl, der im Betrieb begangen wird. Von Seiten des Auszubildenden können Verstöße wie Beschimpfungen, Misshandlung oder sogar Schläge geltend gemacht werden.

Um die Möglichkeit der Besserung zu gewähren, muss der Ausbilder dem Azubi eine Abmahnung zukommen lassen. Sind dem Ausbilder die Verstöße seit mehr als zwei Wochen bekannt, ist die fristlose Kündigung ungültig.

Die ordentliche Kündigung: Als Auszubildender können Sie Ihr Ausbildungsverhältnis mit einer ordentlichen Kündigung beenden. Diese ist mit einer Frist von 4 Wochen verbunden, nach denen die Kündigung ihre Gültigkeit hat und Sie das Arbeitsverhältnis verlassen können. Anschließend können Sie eine neue Ausbildung anfangen, oder einen anderen Bildungsweg einschlagen.

Der Aufhebungsvertrag: Zwischen Ihrem Ausbilder und Ihnen kann es auch zu dem Einverständnis kommen, das Ausbildungsverhältnis nicht weiter fortzusetzen. Bei dem Aufhebungsvertrag handelt es sich also nicht wirklich um eine „richtige“ Kündigung. Ein solcher Vertrag kann nur mit der Zustimmung des Ausbilders zustande kommen und ist zum Beispiel dann wichtig, wenn Sie Ihre Ausbildung in einem anderen Betrieb fortsetzen möchten.

Noch ein Tipp zum Schluss

An jedem Arbeitsplatz kann es zu Unstimmigkeiten und Problemen kommen. Das schafft manchmal Frust. Dennoch sollten Sie Ihre Kündigung nicht voreilig erteilen und zuerst eine neue Lehrstelle suchen, bevor Sie Ihr Ausbildungsverhältnis beenden. 

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