Untermieter kündigen

September 6, 2017 10:20 am

Dem Untermieter den Mietvertrag kündigen

Sie können als Mieter einer Wohnung Ihre Wohnung (oder nur Teile davon) an eine weitere Person untervermieten. Dazu brauchen Sie allerdings die Zustimmung Ihres Vermieters. Das ist zum Beispiel von Vorteil, wenn Sie eine Wohngemeinschaft gründen möchten und der Vermieter nicht mit jeder Partei einen einzelnen Vertrag abschließen möchte.

Ein Untermietvertrag wird rechtlich gesehen als ein regulärer Mietvertrag gehandelt. Eine Ausnahme gibt es nur bei den unterschiedlichen Kündigungsfristen. Außerdem ist es von Bedeutung, dass auch ein Untermietvertrag schriftlich festgehalten wird, denn eine mündliche Abmachung ist nicht gültig. Die Pflichten eines Untermieters gegenüber dem Vermieter sind die gleichen, wie bei einem normalen Mieter.

Wie also sollten Sie vorgehen, wenn Sie Ihrem Untermieter seinen Vertrag kündigen wollen? Wir erklären dir in diesem Blogbeitrag, worauf du achten musst und wie du dabei vorgehst.

Die ordentliche Kündigung eines Untermieters

Eine Kündigung ist immer dann ordentlich, wenn sie mit der Einhaltung von Fristen und Kündigungsvorgaben einhergeht, also im Grunde etwas, dass ein wenig Planung bedarf. Bei einer außerordentlichen Kündigung gelten andere Regeln, auf die wir weiter unten eingehen werden.

Bei einer ordentlichen Kündigung kommt es darauf an, ob Sie Ihre komplette Wohnung oder nur einen Teil davon an jemand anderen weitervermieten.

Die komplette Wohnung ist vermietet worden

Wenn Sie Ihre gesamte Wohnung an den Untermieter vermietet haben, besteht der gleiche Mietschutz wie auch zwischen Ihnen und Ihrem Vermieter. Das bedeutet, dass Sie das Mietverhältnis nur dann kündigen können, wenn Sie ein berechtigtes Interesse nach §573 im BGB vorweisen können. Solch ein Interesse ist zum Beispiel der Eigenbedarf an Ihrer Wohnung. 

Kein Grund für eine ordentliche Kündigung ist es allerdings, wenn Ihr Vermieter Ihnen das Hauptmietverhältnis kündigt. Das hat keine Auswirkungen auf das Untermietverhältnis, Ihr Vermieter kann in diesem Fall einen neuen Mietvertrag mit Ihrem alten Untermieter schließen. Sie können auch den Auszug Ihres Untermieters verlangen.

Sollte eine ordentliche Kündigung in Frage kommen, müssen Sie eine Kündigungsfrist von 3 Monaten auf jeden Fall einhalten. Das Kündigungsschreiben muss Ihrem Untermieter bis spätestens zum dritten Werktag des Monats zugestellt sein, ansonsten verschiebt sich die Kündigungsfrist um einen Monat nach hinten.

Nur einzelne Räume wurden vermietet

Der obere Fall beschreibt die Regeln, wenn Sie Ihre komplette Wohnung an jemand anderen vermietet haben. Selbstverständlich können Sie auch nur einen oder mehrere Räume des Mietobjekts weitervermieten. In diesem Fall wird zwischen möblierten und unmöblierten Wohnungen unterschieden.

Die vermieteten Zimmer sind möbliert

Wenn die Räume mit Ihren Möbeln ausgestattet sind, bedarf es keinem berechtigten Interesse, um den Untermieter aus den Zimmern zu verbannen. Die Kündigungsfrist wird sogar verkürzt: der Mieter, aber auch der Untermieter, können jeweils bis zum 15. des Monats zum Monatsende das Mietverhältnis kündigen.

Die vermieteten Zimmer sind unmöbliert

Auch wenn sich keine Ihrer Möbel in den Zimmern befinden, bedarf es auch hier kein berechtigtes Interesse, damit Sie Ihrem Untermieter kündigen können. Das dient Ihrem Schutz, denn theoretisch könnten Sie ja ebenfalls in der Wohnung leben und sich von dem Untermieter gestört fühlen.

In diesem Fall verlängert sich jedoch die Kündigungsfrist, damit der Untermieter noch genügend Zeit hat, sich eine neue Bleibe und eine Unterkunft für seine Möbel zu suchen. Die Frist wird auf mindestens 6 Monate erhöht. Falls doch ein berechtigtes Interesse an der Kündigung besteht, gilt die reguläre Frist von 3 Monaten.

Die außerordentliche Kündigung eines Untermieters

Wenn es einen wichtigen Grund gibt, können Sie das Mietverhältnis ohne die Einhaltung von Fristen kündigen. Allerdings ist es manchmal etwas schwer genau festzulegen, wann ein solcher Grund vorliegt. Einige der Gründe, die in diese Kategorie fallen sind Vertragsverletzungen, die Einschränkung der Privatsphäre des Mieters durch den Untermieter, oder wenn ein Fortbestand des Mietverhältnisses für eine der beiden Parteien unzumutbar ist.

Wenn Sie eine außerordentliche Kündigung versenden, muss dies bis zum 15. des aktuellen Monats geschehen, wenn der Untermieter das Mietobjekt bis zum Monatsende verlassen soll. Falls Sie diese Frist versäumen, ist die Kündigung erst für den darauffolgenden Monat wirksam.

Was sollten Sie nach der Kündigung bedenken?

Damit es am Ende der Vertragslaufzeit keinen Verdruss gibt, denken Sie daran: auch Ihr Untermieter muss von ihm verursachte Mängel innerhalb einer gewissen Frist ausbessern. Das betrifft in der Regel besonders „Schönheitsreparaturen“, denn Sie haften gegenüber Ihrem eigenen Vermieter für alle Schäden, die Ihr Untermieter im Mietobjekt verursacht. Deswegen sollten Sie darauf achten, dass die Räumlichkeiten in einem besenreinen und ordentlichen Zustand an Sie übergeben werden, damit Sie später nicht auf den Kosten sitzenbleiben.

Kategorisiert in: